1984 bis 2015: Ein Museum für alle

Nach fast fünf Jahren Schließung konnten die Kölner ihr Kölnisches Stadtmuseum 1984 wieder in Besitz nehmen – mit einem damals innovativen Konzept: Bei dem Rundgang durch das Museum sollte man zunächst rückwärts bis in jene Zeit vorstoßen, über die man noch mit Zeitzeugen sprechen konnte. 1984 war das ungefähr das Jahr 1910. Einstiegszeit war die unmittelbare Nachkriegszeit. Damals war das Kölnische Stadtmuseum eines der ersten stadthistorischen Häuser, die so nahe an die Gegenwart herangingen.

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Das Kölnische Stadtmuseum mit Goldenem Vogel von HA Schult, um 1995. Foto: RBA
 

Dann erst wurde der Erzählstrang wieder im klassischen Sinn chronologisch und reichte vom Mittelalter bis zum Zweiten Kaiserreich. Dank der fortlaufenden Sammel- und Ankaufspolitik unter der Direktion von Dr. Werner Schäfke ab 1984 wurden Lücken im historischen Erzählverlauf sukzessive verkleinert. Dabei war das Stadtmuseum eines der ersten Museen, die das „Dritte Reich“ thematisierten.

Im Obergeschoss folgte der Rundgang, beeinflusst durch die französische „Annales“-Schule, nicht der Chronologie, sondern einzelnen Themen mit ihren strukturgeschichtlichen Entwicklungen.

Bis heute jedoch wurde die Dauerausstellung keiner grundlegenden Neuordnung unterzogen; es fanden jedoch immer wieder punktuell Veränderungen statt.

Zunehmend mehr Gewicht erhielt zudem Vermittlung, z. B. mit einer kostenlosen Audioführung in verschiedenen Sprachen.

1985 wurde durch die Gründung zweier bis heute aktiver Arbeitskreise das Führungsangebot teilweise in die Hände engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben. In dieser Zeit wurde auch eine Museumsschule eingerichtet, in der Kinder und Schulklassen bis heute historische Inhalte spielerisch vermittelt werden.

Unter Dr. Werner Schäfke realisierte des Stadtmuseum zahlreiche große Sonderausstellungen – wegen Platzmangels oft außerhalb der eigenen Räumlichkeiten, z.B. 1995 „Das Neue Köln 1945–1995“ in der Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln. 1999 stellte sich das Stadtmuseum gemeinsam mit dem NS-Dokumentationszentrum den Diskussionen um die Wehrmacht mit der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941–1944“.

Seit den 1980er-Jahren wurde zunehmend aktuelle sowie zeitgenössische Kunst mit Kölner Bezug angekauft und in kunst- und kulturhistorischen Ausstellungen präsentiert.

Ebenso konzentrierte man sich auf das Sammeln von Objekten zur Alltagsgeschichte und bald auch zum Thema Migrationsgeschichte, ergänzt durch spezielle Vermittlungsangebote.

Im Juni 2007 wurden die Bewachung und der Besucherservice von Studierenden der Geschichte und Kunstgeschichte übernommen, die eigene Führungsangebote entwickeln und erheblich zur Verjüngung des Museums sowie zur verstärkten Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln beitragen.

Nachdem Dr. Werner Schäfke 2009 in den Ruhestand ging, übernahm sein Stellvertreter Euler-Schmidt die kommissarische Leitung des Hauses. Seit 2010 ist Dr. Mario Kramp Direktor des Museums. Am 24. November 2011 stimmte der Rat der Stadt Köln einstimmig Kramps Konzeptstudie für ein erweitertes und erneuertes Stadtmuseum zu und beauftragte die Verwaltung mit einem europaweiten Architektenwettbewerb für die Planung und Realisierung von Generalsanierung und Erweiterung.

 

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