1888 bis 1924: Bürgerstolz und altes Köln

In der Hahnentorburg und der Eigelsteintorburg

In Köln fehle „für die alte Stadt mit ihren vielen Erinnerungen eine gemeinsame Stätte“, beklagte 1888 der ehemalige Direktor des Kölner Stadtarchivs, Konstantin Höhlbaum – gemeint war ein historisches Museum. Die alten Städte Europas wurden damals zu modernen Metropolen. Vieles fiel der Spitzhacke zum Opfer. Es galt daher, Vergangenes zu bewahren. Landauf, landab wurden Museen gegründet, meist auf Initiative des Bürgertums, das stolz sein historisches Erbe zeigte.

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Arrangierte Waffen und Rüstungen in drangvoller Enge: ein Blick in das Historische Museum in der Hahnentorburg, 1929. Foto: Kölnisches Stadtmuseum
 

Am 13. Juli 1888 beschlossen die Kölner Stadtverordneten eine Unterbringung des neu gegründeten historischen Museums in der mittelalterlichen Hahnentorburg, die man beim Abriss der Stadtmauer verschont hatte.

Die Leitung des im August eröffneten Museums übernahm Arthur Pabst, bereits Direktor des kurz zuvor eröffneten Kunstgewerbemuseums (des heutigen MAKK). Mit der doppelten Amtsführung jedoch überfordert, wurde er 1894 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert.

Seine Nachfolge übernahm von 1894 bis 1924 Joseph Hansen, der auch das Stadtarchiv leitete. Er systematisierte die Sammlungen und vertrat einen breiten, auch soziologischen Kulturbegriff. Nicht die künstlerische Qualität sollte bei Erwerbungen des Historischen Museums leitend sein, sondern deren Bedeutung für die Geschichte Kölns.

Gezeigt wurden unter anderem historische Waffen und Gegenstände, die einst im Zeughaus gelagert und dort seit dem 17. Jahrhundert bereits museal präsentiert worden waren. Vieles hatten die Franzosen dann ab 1794 einschmelzen lassen oder nach Paris abtransportiert. Was übrig blieb, gelangte 1805 in die Sammlung von Ferdinand Franz Wallraf – und 1888 ins Stadtmuseum.

Hinzu kamen „städtische Alterthümer“ aus dem Ratsturm, der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv sowie von Anfang an zahlreiche Schenkungen und Ankäufe.

1902 gelang es Direktor Hansen, zusätzlich die Eigelsteintorburg als Museumsbau für die schnell wachsende Sammlung zu bekommen. Größere Sonderausstellungen waren jedoch in den Torburgen nicht möglich. 1913 und 1914 war man zwar an der Ausstellung „Alt- und Neu-Cöln“ in der temporären Ausstellungshalle am Aachener Tor beteiligt. Doch dann begann der Erste Weltkrieg, und die Ausstellung wurde vorzeitig geschlossen. Die Möglichkeit für eine Museumserweiterung ergab sich erst ab 1925 mit der Idee eines „Rheinischen Museums“ in Deutz.

 

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