Wer kennt diese Frau?

Das Porträt der freundlich -eserviert blickenden Dame südländischem Typs, das dem Maler Ernst von Bresler zugeschrieben wird, ist ein repräsentatives Gemälde, das man womöglich gern im eigenen Heim hätte. Kaum zu glauben, dass der damalige Museumsdirektor das Bild 1947 bereits wieder loswerden wollte …

<strong>Ernst von Bresler zug.: Bildnis einer Frau</strong>, um 1850. Foto: rba_d033358
Ernst von Bresler zug.: Bildnis einer Frau, um 1850. Foto: rba_d033358

Die Unbekannte, die den Betrachter mit leisem Lächeln ansieht, ist von südländischem Typ: dunkle Augen, dunkle, leicht gewellte Haare, eine prominente Nase und die Andeutung eines Doppelkinns, der zarte Spitzenkragen, der sichtbare Schmuck an Ohr und Halsausschnitt lassen vermuten, dass der Maler Ernst von Bresler eine Dame gewissen Alters von Stand porträtierte, deren Name nicht überliefert ist.

Sie stammt aus der Sammlung des Kölner Rechtsanwalts und Schriftstellers Paul Esch (1875–1950), dessen Gemälde während des Zweiten Weltkriegs zusammen mit einem Teil des Kunstbesitzes der Kölner Museen in Schloss Gaibach bei Würzburg ausgelagert waren.

Der ausnahmsweise ergiebige Inventarbucheintrag legt die Hoffnung nahe, eine Begründung für den Erwerb der Unbekannten zu erfahren: »Damenbildnis (Unbek. Kölner Dame) Adam (sic) Ernst von Bresler ist der Künstler, der das viel bekundete Arndt-Porträt im städtischen Museum Bonn geschaffen hat. Er war in Köln ansässig, wo er noch am 27. Januar 1855 gewohnt hat. Er wurde an diesem Tage nach Aachen abgemeldet. Von hier ab verliert sich seine Spur. Er ist in keinem Künstlerlexikon zu finden. (Das Gemälde befindet sich zurzeit noch bei dem Kunsthändler Josef Schrader, Köln, Aduchtstr. 11, wo es von Herrn Direktor Professor Dr. Ewald hinterlegt wurde). HH 14/I. 47«

Die Anmerkung mit der Paraphe der Sekretärin Hedwig Hecker vom 14. Januar 1947 legt Zeugnis ab vom Versuch, den Standort des im Dezember 1946 inventarisierten Gemäldes ordentlich nachzuhalten, und wirft zugleich eine weitere Frage auf: Warum deponiert der Direktor des Museums den geschenkten Neuzugang bei einem Kunsthändler, mit dem er über die Jahre regelmäßig Kunstgegenstände aus Museumsbesitz handelte und tauschte? Wahrscheinlich wollte er die schöne Unbekannte nicht und hätte sie gern vertauscht oder verkauft. Das aber misslang, wie der Vermerk »zurück 14.2.1951« belegt. Sie weilt seitdem wieder im Museum – mit leider immer noch unbekannter Identität.

 

Ernst von Bresler zug.: Bildnis einer Frau, um 1850, Öl auf Leinwand, H: 62 cm, B: 48,5 cm, Inv.-Nr. RM 1946/1. Geschenk Paul Esch, Köln. Foto: rba_d033358


Autor: Beatrix Alexander

 

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