Dauerausstellung Highlightobjekte Erdgeschoss

Sancta Colonia

Köln war im Mittelalter neben Rom und Santiago de Compostela zeitweise der bedeutendste Wallfahrtsort in Europa. Einfache Bürger, aber auch die in Aachen von den Kölner Erzbischöfen gekrönten deutschen Könige huldigten im Dom den Heiligen Drei Königen. Eine große Bedeutung hatte auch die Legende der heiligen Ursula und ihrer Begleiterinnen.

<strong>Ursulabüste</strong>, Köln, 14. Jahrhundert, Dauerleihgabe Museum Schnütgen, Inv.-Nr. A 77. Foto: Philipp Hoffmann, Köln
Ursulabüste, Köln, 14. Jahrhundert, Dauerleihgabe Museum Schnütgen, Inv.-Nr. A 77. Foto: Philipp Hoffmann, Köln

Seit dem 13. Jahrhundert galt die heilige Ursula als Schutzpatronin der Stadt. Aus den in der ursprünglichen Legende aufgeführten elf Jungfrauen wurden im Laufe der Zeit 11 000 Begleiterinnen. Diese beachtliche Zahlenexplosion geht wohl auf eine fehlerhafte Auflösung des lateinischen Zahl- und Wortkürzels „XIMV“ zurück, das in früheren Berichten genutzt wurde. So konnte dieses Kürzel als „XI MV“, also „CI m(artyres) v(irgines)“ gelesen werden. Dann wäre von „elf jungfräulichen Märtyrerinnen“ die Rede. Die Kölner bevorzugten jedoch die Lesart „XIM V“ – und damit wandelte sich die Bedeutung in „11.000 Jungfrauen“. 1106 stieß man darüber hinaus bei Arbeiten an der Stadtmauer bei der später „St. Ursula“ genannten Kirche auf ein riesiges römisches Gräberfeld. Grabungen förderten hier unzählige Gebeine zutage. Für die Kölner ließ dieser Fund nur einen Schluss zu: Es musste sich um die Überreste der 11 000 Jungfrauen handeln. Der Reliquienhandel begann zu blühen. Zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert wurden darüber hinaus zahlreiche Ursulabüsten gefertigt und als kostbare Hülle für Reliquien in ganz Europa verbreitet.

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