Pänz

Das Rokoko liebte ländliche Szenen als Schmuck für seine Landhäuser und Gartensäle. Auch die beiden Allegorien des Kölner Malers Johann Jakob Schmitz mit Allegorien auf Feuer und Wasser bzw. Erde und Luft waren solch ein Wandschmuck. Später wurde Schmitz zum beliebtesten Porträtmaler Kölns.

<strong>Johann Jakob Schmitz: Allegorie Feuer und Wasser</strong>, 1757. Foto: rba_d033352_01
Johann Jakob Schmitz: Allegorie Feuer und Wasser, 1757. Foto: rba_d033352_01

Johann Jakob Schmitz (1724–1801) malte 1757, zwei Jahre bevor er 1759 offiziell beim Kölner Maleramt aufgenommen wurde, zwei Allegorien, deren Thema die vier Elemente – Luft, Erde, Feuer, Wasser – waren. Vermutlich war er damals noch in der Werkstatt seines Vaters tätig. Schmitz entwickelte sich immer mehr zu einem Porträtisten der Kölner Oberschicht – er malte Bürgerinnen und Bürger, Kinder und Prälaten. Städtische Repräsentanten wie Bürgermeister und Bannerherren zählten zu seinen regelmäßigen Auftraggebern. Doch am Anfang seiner Karriere stand eher die »Gebrauchskunst«. Er restaurierte zum Beispiel die Malereien in der Hardenrathkapelle.

Aber auch Wandschmuck gehörte zu seinem Repertoire. Die Allegorien zu den vier Elementen hingen wohl in einen Gartensaal, vielleicht in einem der Mitte des 18. Jahrhunderts zahlreichen neuen Palais, die sich die Kölner Oberschicht im modernen Rokokostil erbauen ließ und die durchweg über repräsentative Gartenanlagen verfügten. Bis dahin dienten die Wohnhäuser der Kölner Oberschicht auch kaufmännischen Zwecken, die zugehörigen Hinterhöfe waren Wirtschaftshöfe. Im 18. Jahrhundert änderte sich dies. Die reichsten Kölner lebten von ihrem investierten Kapital, sie konnten sich Wohnpalais ohne Comptoir-Räume errichten bzw. umbauen lassen, die Gärten dienten nach adligem Vorbild dem Lustwandeln. Leider fielen die meisten dieser Palais der Abrisswut des frühen 20. Jahrhunderts zum Opfer, der Rest wurde Opfer des Bombenkriegs.

Während auf dem nicht ausgestellten Gegenstück männliche und weibliche Putten friedlich in einem Garten zusammensitzen, streiten hier jungenhafte Putten miteinander. Einer versucht, noch im Liegen mit der Fackel weiter zu zündeln, während andere mittels einer Gießkanne löschen. Möchte der eifrig von links Hinzueilende auch löschen, oder bringt er frisches Holz als allerdings ungeeigneten Brennstoff? Von rechts kommen zwei Putten von einer Quelle, der vordere hat Fische im Netz. Sie symbolisieren das Element Wasser.

Das Museum erwarb die beiden Pendants 1955 von der Kunsthandlung Wilhelm Henrich, Frankfurt a. M., für zusammen 1.840 DM. Die weitere Provenienz der Gemälde ist unbekannt. Die Kunsthandlung Henrich existierte schon vor dem Krieg. Das Historische Museum Frankfurt führt einige Gemälde, die dort 1939 erworben wurden, auf seiner Liste ungeklärter Provenienz.

Die Restaurierung des Gemäldes für die Jubiläumsausstellung 2013 verdanken wir dem Engagement von Dr. Raimund Müller.

 

Johann Jakob Schmitz: Allegorie Feuer und Wasser, 1757, Öl auf Leinwand, H: 90 cm, B: 167,5 cm, Inv.-Nr. HM 1955/50. Ankauf von Wilhelm Henrich, Frankfurt a. M.. Foto: rba_d033352_01


Autor: Rita Wagner M. A.

 

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