Dauerausstellung Highlightobjekte Erdgeschoss

Antisemitismus vor 1933

Die christliche Judenfeindschaft des Mittelalters hat viele Spottbilder hervorgebracht, die zum Teil bis heute in und an Kirchenbauten überdauert haben. Darstellungen der „Judensau” entstanden bis zum 15. Jahrhundert in deutschsprachigen Gebieten, auch diese haben sich teilweise bis heute erhalten. Die Verbindung des Judentums mit Schweinen – wie bei diesem vermutlich aus St. Severin stammenden Kapitell aus dem späten 12. Jahrhundert – war in höchster Weise beleidigend, gilt doch das Schwein im jüdischen Glauben als unrein.

<strong>Vitrinenpräsentation „Judenverfolgung“, </strong>u.a. mit Kapitell „Die Judensau“, Köln, verm. St. Severin, 12. Jh., Dauerleihgabe Museum Schnütgen sowie Johann Korzilius: Humpen mit antisemitischen Motiven, Köln-Ehrenfeld, um 1893, KSM 1985/32. <br />Foto: rba_016093
Vitrinenpräsentation „Judenverfolgung“, u.a. mit Kapitell „Die Judensau“, Köln, verm. St. Severin, 12. Jh., Dauerleihgabe Museum Schnütgen sowie Johann Korzilius: Humpen mit antisemitischen Motiven, Köln-Ehrenfeld, um 1893, KSM 1985/32.
Foto: rba_016093

Auch der daneben ausgestellte Krug aus dem Jahr 1893 spricht eine deutliche antisemitische Sprache. Die Juden erscheinen hier als Schuldige für die wirtschaftlich schwierige Situation der Bauern und Handwerker. Auf Deckel und Henkel sind Porträtmedaillons von Gründern und Mitgliedern antisemitischer Parteien und Verbände abgebildet, die 1893 mit 16 Abgeordneten in den Reichstag einzogen. Im unteren Teil weist in einer Art antisemitischer „Utopie“ der „deutsche Michel“ die Juden aus dem Land. Der Text am Ende des Reliefs – „Glück und Jubel rings ist groß, Deutschland ist die Juden los“ – wurde vierzig Jahre später bittere Wirklichkeit. 

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